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E-Learning, Homeschooling, Homeoffice und digitale Kommunikation – all diese Themen haben in ganz Europa eine neue Rolle und Dringlichkeit erlangt. Die Covid-19-Krise hat die Bedeutung des digitalen Lernens klar aufgezeigt, das einen Übergang von Präsenzveranstaltungen zu Online-Umgebungen notwendig macht.

Im Bereich des Sprachenlernens hat sich der Einsatz digitaler Technologien bereits etabliert. Die Nutzung digitaler Werkzeuge in der täglichen Unterrichtspraxis stellt jedoch für viele Lehrkräfte immer noch eine Herausforderung dar, da von den Lehrkräften ein breites Spektrum an Kompetenzen verlangt wird. Sprachlehrkräfte müssen ihre eigenen digitalen Kompetenzen für Unterrichtszwecke verbessern, um auf einem zeitgemäßen und wettbewerbsfähigen Niveau zu arbeiten und die Erfahrungen ihrer Lernenden zu erweitern. Aber wie gut sind Sprachlehrkräfte auf diese Herausforderung vorbereitet?

Sechs Erwachsenenbildungseinrichtungen aus Deutschland, Irland, Spanien, Italien, Frankreich und Polen luden mehr als 150 Sprachlehrkräfte im Rahmen des Eramus+ Projekts “IDEAL”ein, ihre digitalen Kompetenzen für Unterrichtszwecke mit Blick auf den Europäischen Rahmen für die digitale Kompetenz von Lehrenden selbst zu bewerten (DigCompEdu, 2017, https://ec.europa.eu/jrc/sites/jrcsh/files/digcompedu_leaflet_de-2018-09-21pdf.pdf).

Broschüre

Die Partnerorganisationen haben die erste Projektphase zu Recherche und Bedarfsanalyse abgeschlossen. Die Ergebnisse tragen dazu bei, ein “Europäisches Profil der digital kompetenten Sprachlehrkraft” zu erstellen.
Die Ergebnisse der Recherchephase haben eine Reihe von Erkenntnissen geliefert, die das Projekt weiter voranbringen werden:

  • Die überwiegende Mehrheit der Sprachlehrkräfte ist sich bewusst, dass man sich der digitalen Evolution und deren Auswirkungen auf das Sprachenlernen nicht entgegen stellen kann.
  • Einige Sprachlehrkräfte jedoch zögern immer noch, die Anwendung digitaler Werkzeuge zu übernehmen, da sie sich nach wie vor gegen deren Einsatz sträuben.
  • Hinzu kommt die Abneigung der erwachsenen Lernenden selbst, die sich bei der Verwendung verschiedener oder pädagogischer IKT-Lernelemente verloren fühlen können.
  • Aufgaben zum Sprachenlernen sollten auf aktiven Methoden basieren, die es den Lernenden ermöglichen, ihr eigenes Lernen durch die Arbeit mit und neben Gleichgesinnten zu gestalten.

Die Partnerorganisationen haben die erste Projektphase zu Recherche und Bedarfsanalyse abgeschlossen.

Der entsprechende Bericht ist auf Website des Projekts abrufbar unter http://ideal-project.eu

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Als zweites Projektergebnis wird die Entwicklung eines “Europäischen Profils der digital kompetenten Sprachlehrkraft” für die Erwachsenenbildung angestrebt.

Das IDEAL-Projekt analysiert dazu derzeit jeden dieser Bereiche sowie die 22 Deskriptoren und passt sie an den Kontext des Sprachunterrichts, die Aufgaben und die Rolle der Sprachlehrkraft in der Erwachsenenbildung an.

Dieses überarbeitete DigCompEdu-Profil speziell für Sprachlehrkräfte wird die Grundlage zur Entwicklung einer Selbstbewertung digitaler Kompetenzen bilden. So können Sprachlehrkräfte künftig ihr eigenes digitales Niveau bestimmen und dann spezifische Schritte zur Verbesserung ihrer Kompetenz auswählen.

So werden sie dabei unterstützt, die Wirksamkeit ihrer Leistung in allen Verantwortungsbereichen einer Sprachlehrkraft zu bewerten und herauszufinden, welche Verbesserungen erforderlich sind. Das bedeutet, dass die Ergebnisse der Selbstbewertung gegenüber den Kompetenzaussagen des Profils angemessene Schritte zur Verbesserung einer bestimmten Kompetenz vorschlagen, z.B. wie man bestimmte digitale Werkzeuge oder Software im Klassenzimmer nutzt oder wie man digitale Inhalte für den Unterricht vorbereitet.

Wie in der Recherchephase des Projekts festgestellt wurde, sind viele Sprachlehrkräfte noch zurückhaltend und verfügen nicht über das Wissen darüber, wie sie ihre eigenen digitalen Kompetenzen für berufliche Zwecke weiterentwickeln können und welche Art von Werkzeugen sie bei der Vorbereitung von Ressourcen für Sprachenlernende einsetzen sollten. Um ihnen eine Reihe digitaler Ressourcen zur Verfügung zu stellen, aber auch, um ihr berufliches Engagement in Bezug auf IKT sowie den Erfahrungsaustausch in ganz Europa zu fördern, steht das dritte Ergebnis des IDEAL-Projekts – eine Online-Lernplattform für Sprachlehrkräfte – derzeit noch in der Entwicklung.

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